Dienstag, 21. Februar 2017

Jetzt bin ich beruhigt!

Nicht nur in Österreichs Politik tummeln sich Vollidioten. Auch in den U.S.A. beweist ein Mandat im Kongreß nur, daß man von irgendwem gewählt wurde. Ob man von irgendwas auch eine Ahnung hat, das freilich nicht ...





Meinungsfreiheit



Von Fragolin

„Was genau ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen dem unwiderbringlichen Löschen eines für die Allgemeinheit gedachten Textbeitrages und einer Bücherverbrennung, außer dass ersteres schneller, günstiger und CO2-neutraler stattfindet? Was ist der Unterschied zwischen dem Veröffentlichungsverbot der Bücher eines Autors und dem Aussperren eines Autors aus den Meinungs-Marktplätzen des Internet? Merkt jemand, auf welchen Pfaden die Protagonisten da wandeln?“

Ein paar Gedanken zur Meinungsfreiheit und unserer Situation hier.

Montag, 20. Februar 2017

Zeitlose Wahrheiten aus dem Netz (6)





Platzkonzert



von Fragolin

Während in Deutschland die Emotionen hochkochen, weil der Falsche es gewagt hat, ein Denkmal an die dunkelsten Kapitel der Geschichte als „Denkmal der Schande“ zu bezeichnen (Augstein und Walser waren eben die Richtigen, in Deutschland spielt es schon lange keine Rolle mehr, was gesagt wird, sondern nur noch, wer es sagt) wird in Österreich die spezielle alpenländische Umgangsweise mit Geschichte gepflegt: Aus der SPÖ kommt ein Vorstoß, den „Heldenplatz“ umzubenennen, weil dort Adolf Hitler unter dem Jubel zehntausender Österreicher den Anschluss der Ostmark „heim ins Reich“ verkündete. Es ist nicht ganz klar, was genau jetzt der Punkt ist, den die Roten, die ja bekanntermaßen nach der Hitlerei ein Auffangbecken vieler brauner Genossen wurden, jetzt aus dem gestrengen Blick der Historienwächter tilgen wollen: dass Hitler dort seine Rede gehalten hat oder dass so auffällig viele der heimtückisch in das Deutsche Reich geprügelten Österreicher begeistert darüber jubelten. Fakt ist, dass auch nach einem Umbenennen (wie Strache ätzte, in „Karl-Marx-Platz“ oder „Refugees-welcome-Platz“; man könnte natürlich auch „Sultan-Süleiman-Platz“ vorschlagen, warum den Blick nicht in die Zukunft lenken…) es immer noch der gleiche Platz wäre, wo die gleichen historischen Geschehnisse stattgefunden haben. Es ist dieser dumme konstruktivistische Irrglaube, durch ein anderes Wort andere Tatsachen zu schaffen, so eine Art autistischer Kreationismus, der eben aus Invasoren „Flüchtlinge“ macht, wenn man sie permanent so nennt.

Also, was soll die ganze Diskussion? Endlich mal wieder ein Thema aufkochen, das von den realen Grauslichkeiten der Jetztzeit ablenken soll? Aktivitäten vortäuschen, um abzulenken, dass diese Regierung, die seit Jahren in dumpfer Starre vor sich hinvegetiert, dazu übergegangen ist, in vorgetäuschter Arbeitsfülle starr vor sich hinzuvegetieren? Es gibt eine tausendjährige Geschichte Österreichs, Wien war der Sitz des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation und eines Herrschers, in dessen Reich die Sonne niemals unterging – man muss ja nicht permanent in demütiger Bewunderung der eigenen Vergangenheit erstarren, aber dieser permanente Fokus auf die mit Abstand fürchterlichsten 7 Jahre der eigenen Geschichte hat schon etwas Krankes. Na gut, Sacher-Masoch war ja auch Österreicher, aber dieses beständige lustvolle Ausleben der fifty shades of brown hat schon was Lächerliches.

Wenn die Roten keine andere Aufgaben in der heutigen Zeit für dringender erachten, als scheibchenweise die Vergangenheit zu zerstückeln, während sie die Zukunft des Landes zerstören, dann muss man sich schon fragen: Wer wählt sowas?.

Verbrechermedien

von Fragolin



Heute möchte ich mal direkt zu einem Artikel bei Hadmut Danisch verweisen; darüber muss man nicht mehr viel schreiben, das erledigt er selbst. Man braucht eine gute Stunde dafür, aber es ist eine dermaßen hochinteressante Abhandlung, was sich da in Deutschland gerade zusammenbraut und warum wahrscheinlich Blogs wie auch unsere hier nicht mehr lange bestehen oder zumindest in Deutschland zu lesen sein werden.

„Jemand, der nicht rechtsfähig ist, vertreten von jemand, den man nicht kennt, mit einer Vertretungsmacht, die er nicht hat, kann bei jemand, den man nicht erreicht, eine Verletzung, die nicht stattgefunden hat, eines Rechtes, das er nicht besitzt, unter Angabe einer Rechtslage, die nicht stimmt, beliebig wiederholt anzeigen…“

Es beginnt mit einer Abmahnung, die eine reine Farce darstellt (und bei Danisch erwartbar zu einem Stich ins Wespennest wird) und geht über Youtube- und Facebook-Sperren bis hin zu den rechtswidrigen Abmahnpraktiken der als „öffentlich-rechtliche“ Medienschaffende getarnten zwangsfinanzierten Propagandaabteilungen der Parteien.
Wirklich sehr empfehlenswert für alle, die nicht vorhaben, sich die Meinungsfreiheit von irgendwelchen miesen Ratten nehmen oder sich von dubiosen Kanzleien erpressen zu lassen.

Sonntag, 19. Februar 2017

Glück gehabt

von Fragolin



Berliner Taxifahrer sind zwar Taxifahrer, in der Regel aber keine Berliner. Mit denen sollte man sich besser nicht anlegen; nicht selten sind das eher südländische Freiberufler mit einem Auto, und wenn ihnen das einer zertrümmert zahlt nicht einmal die Versicherung (Vandalismus-Klausel), also hängt deren Existenz davon ab.
Wenn man denen im Suff die Kiste demolieren will, kann man von Glück reden, wenn der „nur“ Gas gibt und nicht die Puffen zieht…

Eigentlich

... wollte ich über diese beiden Geburtstag (richtiger: einen Geburtstag und ein Gedächtnis der Wiederkehr eines Geburtstags, denn Tote feiern bekanntlich nicht Geburtstag) nichts schreiben. 

Über den »Falken Hansi, der hölzelt« (© Wilfried) brauche ich nicht viel Worte zu verlieren — seit Tagen wird in unseren TV-Verblödungsanstalten von und mit allen, die je mit ihm irgendwie zusammengetroffen sind, Wort- & Bildmüll abgesondert, daß es zum Grausen ist.

Mir war, zugegeben, das »Phänomen« Falco immer mehr als rätselhaft: wie einer, der nicht singen kann, sich auf der Bühne zum Fremdschämen pseudo-cool, tatsächlich aber hölzern und verkrampft bewegt, und dessen Songs die musikalische Qualität von Trommelfellpeitschen aufwiesen, trotzdem in den Charts ganz oben landen konnte, das läßt sich nur mit der Metapher, er habe mit seinen Liedern eben das »Lebensgefühl seiner Zeit« repräsentiert, umschreiben. Was freilich ein nicht gerade positives Licht auf das Lebensgefühl der 80er-Jahre wirft ... aber das nur nebenfüglich. LePenseur möchte sich über eine »Musik«, die für ihn bloß eine Form von gehobenem Lärm darstellt, nicht verbreitern. Und über die Rap-Texte eigentlich auch nicht. In unverständlichem Neger-Englisch ist sowas vielleicht eine stimmige Untermalung für eine Doko aus der Bronx, aber auf Deutsch anhören muß ich mir sowas nicht wirklich ...

Nun zum 90. Geburtstag von Hugo Portisch: auch über ihn wurde in den letzten Tagen bis zum Abwinken berichterstattet. Journaillistenkollegen sonnten sich in Interviews im Abglanze des verehrten »Altmeisters« der Systemberichterstattung, muntere Anekdoten wurden ausgegraben, ehrender Tribut gezollt, und was sonst zu den Ritualen gegenseitiger Selbstbeweihräucherung gehört ... sufficit!

Ich erinnere mich noch, daß meine Mutter bei Auftritten Portischs in den Abendnachrichten (»Zeit im Bild«, später neckisch »ZiB« abgekürzt), bei denen er mit ausholenden Armbewegungen und Trommelfeuerstimme den tumben Zusehern die weite Welt und ihre politischen Geheimnisse näherbrachte, mit heiterer Ironie einwarf: »Und was erklärt uns das Hugegelchen heute wieder?« (bisweilen nannte sie ihn auch »Ugolino« ...)

Sie hatte recht: Hugo Portisch war der wortreiche Erklärer des Selbstverständlichen und von unseren Meinungsfabrikanten jeweils als erwünscht abgesegneten. Seine großen »historischen« Fernsehserien (»Österreich I« über die Erste Republik, und »Österreich II« über die Nachkriegszeit der Zweiten) sind dafür typisch: kein Satz, der irgendwie Anstoß beim linken Meinungsmainstream erregen könnte, keine Hinterfragung von Geschichtsklitterungen, dafür aber der Anstrich beinahe wissenschaftlicher Gründlichkeit durch das überreiche Datenmaterial, das der Zuseher nur mit erschöpfter Dankbarkeit quittieren, doch auf die Schnelle schwerlich hinterfragen konnte.

Seine Bücher, die er in großer Zahl veröffentlichte (und zumeist auch in großen Auflagen), sind zurecht vergessen und lagern wie Blei in den Regalen kummergewohnter Antiquare. »Augenzeuge der Weltpolitik. So sah ich die Sowjetunion, Afrika, Südamerika« (1964), »So sah ich China« (1965) und »So sah ich Sibirien« (1967) sind Meisterwerke der geschäftigen Plattitüde. Hätte Kisch für einen linksliberalen US-Verlag gearbeitet, wäre vermutlich was ähnliches herausgekommen ...

Sein großes Atout der letzten Jahrzehnte war seine (bei Erkennbarkeit einer zartrosa nuancierten Richtung seiner Kommentare) »Unparteilichkeit« — im Sinne von »nicht parteipolitisch eindeutig gebunden« —, die er stets betonte. Im Verlauf des jüngsten Präsidentschaftswahlkampfs ließ er das — Altershybris? — fallen, und unterstützte öffentlich die Kandidatur Van der Bellens. Mit seinem letzten Buch »Leben mit Trump. Ein Weckruf« (2017) war er in der Lage, sein Ansehen als »unabhängiger Journalist« einigermaßen zu ramponieren. Ein Journalist, der angesichts des systemischen Totalversagens Brüsseler Macht»eliten« (recte: korrupter Politruk-Seilschaften) daherfabuliert, daß doch »... die Europäer aus ihren nationalistischen Albträumen erwachen und endlich zu der Solidarität finden, die sie als Einheit handlungsfähig macht«, der beweist schon ein erhebliches Maß an Realitätsverdrängung — oder muß sich die Frage gefallen lassen, auf wessen Rechnung er derlei Werbebotschaften unter die Leute gebringt.

Dennoch: seien wir nicht ungerecht — als Autor eines sehr instruktiven Buches über das Schwammerlbrocken*) wird er sicherlich noch viele Jahre segensreiche Wirkung entfalten. Und das ist immer weitaus mehr, als man über die meisten seiner Journaillisten-Kollegen behaupten kann ...


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*) für Piefkes: Pilze sammeln.

Die Mitte vom linken Rand

von Fragolin



Die „FAZ“ jubelt, dass mit dem sich abzeichnenden Wahlduell Merkel gegen Schulz, also Merkel ohne Bart gegen Merkel mit Bart, die „politische Mitte“ wieder „zurückgekehrt“ sei. Der Messias aus Würselen, ein Kandidat der Mitte? Ein als Unternehmer gescheiterter, von seinem Umfeld als großkotzig beschriebener marxistischer Apparatschik, der durch geschickte Intriganz im als Partei getarnten Feudalstadel zielsicher den Weg an die fettesten Fressnäpfe gefunden und damit etliche Millionen Steuergeld einkassiert hat? Der steht stramm links neben Merkel, und die ist in etwa so Mitte, wie man das von einer verdienten FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda mit gerüchteweise fragwürdiger Stasi-Vergangenheit erwarten kann.

Also das ganze Rechts-links-Geschwurbel funktioniert nicht mehr. Merkel ist linker als die Grünen (und das will was heißen) und Schulz möchte sich koalitionär vorzugsweise mit den alten SED-Recken ins Bett legen. Die Erklärung, wo sich da Mitte findet, bleibt die „FAZ“ schuldig.

„Anhänger der Linkspartei wenden sich den Sozialdemokraten zu. Die Grünen verlieren an Zustimmung.“

Das ist die einzige Rettung vor dem endgültigen Anpappen der nächsten Regierung an den ultralinken Rand.

„Bei der vorigen Bundestagswahl hatte die Partei zwar ein Programm, in dem ihre Brot-und-Butter-Marke soziale Gerechtigkeit fein angerichtet war. Allein der Weißwein trinkende Kandidat Peer Steinbrück wollte dazu nicht passen.“

Erstens gibt es keine „Gerechtigkeit“, weder eine „soziale“ noch sonst welche, sonst würden gescheiterte Existenzen wie Schulz nicht über den Marsch durch die Parteiinstanzen als Millionäre mit fettem Dienstwagen und Kofferträgern enden. Und der passt zu diesem Thema doch genauso wie der Steinbrück. Schulz als Sinnbild des „Kleinen Mannes“? Wollen die das wirklich verkaufen? Soll das wirklich einer glauben? Oder strömen immer mehr Leute dem zu, weil sie von Merkel dermaßen angewidert sind, dass sie alles wählen würden, nur um die loszuwerden und nur Schulz verspricht, das auch politisch korrekt zu tun?

„Die Deutschen sind mit ihrer Regierung mehrheitlich zufrieden, zu Merkels Amtsführung äußern sich gar 70 Prozent so.“

Aha, das ist es also nicht. Aber warum wählen die dann nicht gleich Merkel?
Naja, im Prinzip tun sie das ja.

„CDU und SPD kommen in Umfragen wieder zusammen auf Werte zwischen 60 und 65 Prozent.“

Also ist es eh schon egal, was im Herbst abläuft. Die beiden landen im ewig frisch aufgeschüttelten und an die linke Wand des Gemachs gerückte Bett der sogenannten „Großen Koalition“, und die Leute dürfen sich was wünschen, wer von den beiden jetzt oben liegt.
Und das nennt sich „Wahl“?