Samstag, 3. Juni 2017

Pfingschtn

von Fragolin

Ich finde Pfingsten ist ein wunderbares Fest. Doch, ehrlich. Da haben die Christen den Moslems einen wichtigen Punkt voraus: sie feiern, dass Gott der Herr ihnen Hirn vom Himmel geworfen hat. Allah hat nur irgendwelche Verse geworfen, und auch die ziemlich wirr und unsortiert, woran sich die armen Frühmohammedaner ziemlich die Zähne ausgebissen haben und bei dem Versuch, sie wörtlich zu leben, den Leuten heute noch die Köpfe explodieren. Oder die Gürtel, die Rucksäcke, die Tanklaster…

Nun ist das reine Herunterwerfen von Hirn allein nur die halbe Miete, man muss es auch benutzen. Was am Anfang ein bisschen zögerlich funktionierte, weil sich die Leute nicht so sicher waren, ob Gott ihnen das jetzt wirklich erlaubt, führte aber über die Jahrhunderte dazu, dass die christliche Welt jene ist, die einen ziemlich heftigen Fortschritt erlebt hat, egal ob in Kunst oder Technik.

Natürlich ist die Erweiterung der Bandbreite der Hirnnutzung auch an das andere Extrem gekoppelt. Neben feinsinniger Philosophie, wohltönender Musik und hochgeistiger Literatur gibt es eben auch das krude Propaganda-Geschreibsel von Heiko Maas, das Hassgegröle von „Feine Sahne Fischfilet“ und das einfach gestrickte Weltbild von Claudia Roth. Vom Dschungel-Camp oder „Bitte melde dich!“ reden wir erst gar nicht.
Gott hat die Welt nicht perfekt gemacht. Aber wenigstens hat Er Hirn vom Himmel geworfen. Wenn Er bei einigen der Genannten auch mal nicht ganz genau getroffen hat. Aber trotzdem ein Grund zum Feiern.

Ich halte diesen grauen Klumpen zwischen den Ohren für das größte Geschenk, das Gott uns gegeben hat. Und ich glaube, es ist eine Art Dankgebet, wenn man es zumindest im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten benutzt. Seine Benutzung zu verweigern, bedeutet, Gottes Geschenk abzulehnen. Seine Benutzung zu verbieten, bedeutet, Gott zu beleidigen. Was zu dem seltsamen Paradoxon führt, dass all jene Religionen und deren Vorbeter, die den Menschen irgendwelche wirren Texte als angebliches Wort Gottes in den Schädel prügeln und ihnen dann verbieten, darüber nachzudenken, eigentlich Blasphemie leben. Ist doch ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet jene, die sich als Bodenpersonal ihres Gottes verstehen, diesen eigentlich durch ihren Eigennutz und ihre Selbsterhöhung beleidigen würden. Wenn Gott wirklich dieses zänkische narzisstische und wankelmütige Wesen wäre, als das Er von denen so gerne herbeifabuliert wird, die sich damit üppige Opfergaben erhoffen, dann würden sie das sogar schaffen. Aber ich vermute mal, als Schöpfer eines ganzen Universums kann man sich ein gutes Stück Gelassenheit und ein bisschen Humor leisten.

Und so stelle ich mir vor, wie Er sich in Seiner Sphäre mit dem Äquivalent eines guten Scotch in so einer Art transzendentalen Schaukelstuhl zurücklehnt, Seine Schöpfung belächelt, eine Augenbraue hochzieht beim Anblick der vielen um ihre selbstgebastelten Götzen herumtanzenden Fanatiker und sich lachend auf die Schenkel klopft, wenn Er Margot Käßmann die Bibel auslegen hört. Und so solidarisiere ich mich mit Ihm, nehme mir einen echten Scotch in meinem echten Schaukelstuhl und proste Ihm himmelwärts zu. Hast nicht immer alles perfekt gemacht, Herr, aber die Sache mit dem Hirn, die hat was. Das war schon eine super Aktion.
Prost!

Ich wünsche allen ein wundervolles Pfingstfest, einen Scotch und einen Schaukelstuhl (oder irgend etwas anderes mit gleicher Wirkung) und genießt es, ein Hirn zu haben! Benutzt es zu Ehren Gottes und zum eigenen Nutzen und lasst euch von keinem erzählen, das wäre gegen Gottes Willen. Warum wohl sonst hat Er uns die Möglichkeit zum Denken gegeben?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das "einfach gestrickte Weltbild der Claudia Roth": nachdem hier kürzlich ein fulminantes Plädoyer für einfache Antworten auf (scheinbar) komplexe Fragen zu lesen war, muss man das als überraschendes Kompliment für die Grünin lesen.

Gerd Franken hat gesagt…

https://www.youtube.com/watch?v=X0xDEELiVTo

Anschauen und lauter drehen. Das Hirn kommt langsam aber sicher bei den Menschen an.